Geschichte der DDR: Chronik, Staatsoberhäupter & Mauerfall
Von der sowjetischen Besatzung 1945 bis zur Wiedervereinigung 1990: 45 Jahre deutscher Teilung im detaillierten Überblick.
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) existierte von 1949 bis 1990 als sozialistischer Staat auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone. Sie bildete den westlichsten Vorposten des Warschauer Pakts im Kalten Krieg.
1. Die Führungspersönlichkeiten der DDR
- Wilhelm Pieck (1949–1960): Der erste und einzige Staatspräsident der DDR; nach seinem Tod übernahm der Staatsrat die kollektive Funktion.
- Walter Ulbricht (1950–1971): SED-Generalsekretär, der 1953 den Volksaufstand niederschlug und 1961 den Bau der Berliner Mauer („Antifaschistischer Schutzwall“) anordnete.
- Erich Honecker (1971–1989): 18 Jahre lang an der Macht; führte die „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ ein, baute die Stasi aus und blockierte bis zum Sturz im Oktober 1989 Michail Gorbatschows Reformen.
- Egon Krenz & Lothar de Maizière (1989–1990): Krenz erlebte am 9. November 1989 den Mauerfall; de Maizière führte die DDR am 3. Oktober 1990 in die Deutsche Einheit.
2. Infografik-Chronik: 1945 bis 1990
Potsdamer Abkommen & Sowjetische Militäradministration (SMAD)
Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen. Enteignung von Großgrundbesitzern und Demontage von Industrieanlagen als Reparationsleistungen für die UdSSR.
Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED
Unter sowjetischem Druck entsteht die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands als dominierende Staatspartei.
Berlin-Blockade und Luftbrücke
Sowjetische Abriegelung West-Berlins nach der westdeutschen Währungsreform; monatelange Versorgung aus der Luft durch die Westalliierten („Rosinenbomber“).
Gründung der DDR (7. Oktober)
Inkrafttreten der Verfassung in Ost-Berlin. Wilhelm Pieck wird Präsident, Otto Grotewohl Ministerpräsident.
Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi)
Aufbau des Überwachungsapparats zur Unterdrückung politischer Opposition und Spionageabwehr.
17. Juni: Arbeiteraufstand in Ost-Berlin
Proteste gegen Normerhöhungen weiten sich zu landesweiten Streiks aus. Blutige Niederschlagung durch sowjetische Panzer; mindestens 55 Tote.
13. August: Bau der Berliner Mauer
Zur Verhinderung der Massenflucht in den Westen riegelt das Regime die Sektorengrenze in Berlin mit Stacheldraht und Betonmauern ab.
Erich Honecker löst Walter Ulbricht ab
Beginn der 18-jährigen Regierungszeit Honeckers und Einführung des Konsumsozialismus auf Pump.
Grundlagenvertrag zwischen BRD und DDR
Normalisierung der deutsch-deutschen Beziehungen im Rahmen von Willy Brandts Ostpolitik.
DDR besiegt BRD mit 1:0 (Tor durch Sparwasser)
Das historisch bedeutsamste Fußballspiel der deutschen Geschichte im Hamburger Volksparkstadion.
Montagsdemonstrationen in Leipzig: „Wir sind das Volk!“
Friedliche Revolution und Massenproteste. Am 18. Oktober 1989 wird Erich Honecker zum Rücktritt gezwungen.
9. November: Fall der Berliner Mauer
Schabowskis legendäre Pressekonferenz („sofort, unverzüglich“) öffnet die Grenze für Hunderttausende Bürger.
3. Oktober: Tag der Deutschen Einheit
Beitritt der fünf ostdeutschen Bundesländer zur Bundesrepublik Deutschland; Ende der DDR.
3. Alltag, Stasi und „Ostalgie“
Neben politischer Unfreiheit und zehnjährigen Wartezeiten auf einen Trabant bot die DDR soziale Sicherheit, günstige Mieten und Vollbeschäftigung, was bis heute im Phänomen der Ostalgie nachwirkt.