Was ist Kommunismus und Sozialismus? Der Unterschied
Von Karl Marx' historischem Materialismus bis zu modernen Debatten: Wie sich Übergangsphase und Endziel voneinander abgrenzen.
In der Alltagssprache werden Sozialismus und Kommunismus oft gleichgesetzt. In der marxistischen Theorie bezeichnen sie jedoch zwei grundlegend verschiedene Stufen der gesellschaftlichen Entwicklung: Der Sozialismus ist die Übergangsphase, während der Kommunismus das staatenlose Endstadium beschreibt.
1. Was ist Sozialismus?
Im Sozialismus gehen die Produktionsmittel (Fabriken, Rohstoffe, Banken) aus privater Hand in gesellschaftliches Eigentum über, verwaltet durch den Staat der Arbeiterklasse. Es gilt der Grundsatz: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.“ Wer mehr oder komplexere Arbeit leistet, erhält mehr Entlohnung.
2. Was ist Kommunismus?
Der Kommunismus ist die klassenlose, herrschaftsfreie und geldlose Gesellschaft. Sobald Klassenunterschiede verschwunden sind, stirbt nach Marx der Staat ab („Absterben des Staates“). Güter werden durch hochproduktive Automation im Überfluss erzeugt. Die Verteilungsformel lautet: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“
3. Die zentralen Unterschiede im Überblick
- Rolle des Staates: Im Sozialismus stark und zentralistisch planend; im Kommunismus vollständig aufgelöst.
- Geld und Eigentum: Im Sozialismus existiert Geld und persönliches Eigentum; im Kommunismus gemeinschaftlicher Konsum nach freiem Bedarf ohne Geld.
- Unterschied zur Sozialdemokratie: Sozialdemokratische Wohlfahrtsstaaten (wie in Schweden oder Deutschland) streben keine Abschaffung des Kapitalismus an, sondern dessen soziale Abfederung durch Steuern und Sozialversicherungen.