Was sind Murphys Gesetze?

„Alles, was schiefgehen kann, wird schiefgehen“: Vom Raketenschlitten-Experiment 1949 über die Physik des Butterbrots bis zum fehlerresistenten Design.

Ob an der Supermarktkasse, im Stau auf der Autobahn oder beim Herunterfallen eines Toastbrots – jeder kennt das Gefühl, dass sich das Universum ausgerechnet gegen einen selbst verschworen hat. Diese Lebensweisheiten werden unter dem Begriff Murphys Gesetze zusammengefasst.

1. Der Ursprung: Edwards Air Force Base 1949

Das Gesetz geht auf den US-Ingenieur Captain Edward A. Murphy Jr. zurück. Bei Beschleunigungstests mit einem Raketenschlitten auf der Edwards Air Force Base wurden 16 Sensoren zur Messung der G-Kräfte versehentlich spiegelverkehrt angeschlossen – die Messung schlug komplett fehl. Murphys trockener Kommentar über den Techniker wurde vom Projektleiter auf einer Pressekonferenz zitiert und trat seinen Siegeszug um die Welt an.

2. Warum glauben wir an Murphys Gesetz?

  • Bestätigungsfehler (Confirmation Bias): Wir erinnern uns lebhaft an die fünf Male, an denen die Schlange neben uns schneller war, vergessen aber die hundert Male, an denen alles reibungslos lief.
  • Negativitätsverzerrung: Negative Ereignisse prägen sich evolutionär bedingt wesentlich tiefer ins Gehirn ein als neutrale Abläufe.

3. Berühmte Gesetze

  • Grundgesetz: Wenn etwas schiefgehen kann, wird es schiefgehen.
  • O’Tooles Kommentar: Murphy war ein Optimist.
  • Das Schlangen-Gesetz: Die andere Schlange bewegt sich immer schneller. Wechselt man, stockt die neue.
  • Das Programmierer-Gesetz: Ein Programm, das im Test fehlerfrei läuft, stürzt garantiert bei der Live-Präsentation vor dem Kunden ab.